Trichterbrust (Pectus excavatum, funnel chest)

Die Trichterbrust ist die häufigste Fehlbildung der Brustwand, das Brustbein ist eingezogen, so dass eine auffällige, trichterförmige oder rinnenförmige Vertiefung in Brustmitte sichtbar ist.  Betroffen sind meist männliche Kinder und Jugendliche, in vielen Fällen ist die Fehlbildung ererbt.

Meist nimmt die Trichterbrust über die Kindheit und Pubertät allmählich zu, dadurch haben einerseits Herz, Gefäße, Lunge und Luftröhre Zeit sich anzupassen und es bestehen nur selten Leistungseinschränkungen aber andererseits erleben die Kinder und Jugendlichen ihre zunehmende Auffälligkeit als psychio-sozial stark belastend und reagieren gegebenenfalls mit gestörter Selbstwertbildung im Rahmen der Pubertätsentwicklung.

Persönlichen Kontakt zu unseren Experten für Trichterbrust bekommen Sie über unsere Poliklinik.

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Diagnostik

Bei ausgeprägter Trichterbrust sollten auch ohne Leistungseinschränkung eine Lungenfunktionsdiagnostik, eine Echokardiographie und eine EKG-Untersuchung stattfinden. Bildgebende Diagnostik (z.B. MRT)  ist in der Regel erst präoperativ sinnvoll. Eine kinderpsychologische Vorstellung sollte bei entsprechenden Hinweisen jederzeit erwogen werden.

Therapie

Sport und Physiotherapie allein haben sich zur Beseitigung einer Trichterbrust nicht bewährt. Milde (flache) Formen können mit einer Saugglocken-Therapie allmählich gebessert werden (die Anpassung erfolgt auch  in der Sprechstunde). Bei ausgeprägten Formen kann nur operativ eine Korrektur erreicht werden. Hier hat sich die minimalinvasive Thorakoplastik  (MIRPE)  nach Prof. Nuss als moderne Methode weltweit etabliert. Durch dieses schonende Verfahren mit gutem ästhetischen Ergebnis auch noch bei schweren und assymetrischen Formen wird die Indikation zur Operation heute wesentlich häufiger gestellt. Einzelheiten zur Indikationsstellung und zum Ablauf einer etwaigen Korrektur besprechen wir mit Ihnen in unserer Sprechstunde.